Tramway.at Modellbau Französischer Teil Das Passagenhaus




Eine Pariser Spezialität sind die uralten Passagen, dort "Galeries" genannt. Sie stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und sind eine Zauberwelt aus eigenartigen Geschäften, Antiquariaten, altmodischen Restaurants und Cafes. Üblicherweise bestehen sie aus einem Gang zwischen zwei Hoffassaden, gesäumt von den Geschäften im Erdgeschoß; im ersten Stock sind meist Büroräume, darüber dann Wohnungen. Ein Glasdach schützt vor der Witterung.

Mein "französischer" Anlagenteil besteht aus einer Häuserzeile nach Pariser Vorbild, die meisten Gebäude sind Laserbausätze der Firma "Architecture & Passion"; den Bau dieser eher einfachen Modelle beschreibe ich hier. Der linke Abschluss dieser Häuserzeile war etwas unbefriedigend, so habe ich als Lösung und Blickfang ein eigenes Gebäude entwickelt. Durch die Position ergab sich die Möglichkeit einer in die Tiefe führenden Passage. Sie hat kein konkretes Vorbild, ist aber entfernt an die Galerie Choiseuil angelehnt.

Begonnen habe ich mit einem "Dummy", einem Ausdruck auf Papier, den ich auf eine Platte geklebt habe, mit diesem habe ich vorab die Proportionen getestet. Dann machte ich die Planung wie üblich in Corel Draw, wobei sich die Fassaden wie ein Sandwich aus mehreren Schichten aufbauen. Bei diesem Modell war speziell die unterschiedliche Konstruktion von Geschäftsportalen und Fassaden mit unterschiedlicher Dicke und Tiefenlage der Glasebenen schwierig, dazu die etwas komplexe Situation an der Stelle, wo sich Passage und Außenfassade in einem Torbogen treffen.

Nach einigen Tagen Planung kam dann das üppige Konvolut aus Teilen. Mit Kosten von 380,- ist das Haus deutlich teurer als meine bisherigen Arbeiten, bei einer Grundfläche von nur 13 x 19 cm - kleiner als ein A5-Papierblatt! Der Preis ergibt sich aus der Laserarbeitszeit, die vielen winzigen Strukturen und Ornamente dauern einfach.

Wie üblich entstehen rasch erste räumliche Eindrücke. Die Kartonflächen mussten aber noch teilweise lackiert werden. Links von der Passage habe ich ein kleines Cafe mit dem Namen "souris souriante" - lächelnde Maus - angeordnet, rechts ein modernes Portal mit einer Buchhandlung. Der Boden der Passage ist ebenfalls in Corel gezeichnet und einfach ausgedruckt.

Das Passagenhaus nutzt den Durchbruch zum Nebenzimmer für die Tiefe der Passage; es "wickelt" sich um die Wandkante. "Fix" hat die Passage nur zwei Bogenachsen Tiefe; weil das aber recht wenig ist, hab ich einen Extrateil konstruiert, den man an der Rückseite einfach dranhängen kann, dann sind es fünf Bögen. Über die beste Möglichkeit Bücherregale darzustellen habe ich eine Weile getüftelt; 3D-Druck schien mir zu aufwendig, zu teuer und zu mühsam bei der Bemalung, also hab ich testweise war aus Holz lasern lassen - und war über den Effekt positiv überrascht! Allerdings auch hier, durch die lange Laserdauer komen die Regalchens auf etwa 33,-.

Für das Cafe habe ich mir französische Bistrotische und -Sessel bei Axel Vega / Shapeways bestellt; dieser begnadete Modellbauer hat mich zu vielen Details inspiriert.

Einige Bilder der Rückseite und der Passage. Wie oben beschrieben verbirgt das Haus die Mauerecke, daher die L-Form. Es war notwendig, die Fassaden mmit der Grundplatte zu verkleben, allerdings kann man die Buchhandlung und die Geschoße nach oben heraus nehmen. Im Gegensatz dazu ist die "lachende Maus" verklebt und versiegelt, die Trinker also auf ewig gefangen, entsprechend sorgfältig habe ich die Möblierung verklebt; ich hoffe, die Beleuchtung brennt nie durch, Ersatz wäre schwierig. Das dritte Bild zeigt die Passage in ihrer ganzen Länge, die drei vorderen Bögen sind separat vom eigentlichen Modell.

Mit der Beleuchtung beginnt das Gebäude zu leben; nun wird tatsächlich die Pariser Romantik spürbar. Für die Ausstattung der Obergeschoße muss ich allerdings bis zur Endmontage warten, wenn die Nachbarhäuder fix verbunden werden; die ganze Gruppe wird dann fix verkabelt. Dazu ist allerdings die Pflasterfläche als Grundplatte nötig, die noch nicht gezeichnet ist.

Bei der weiteren Detailierung gibt es dann natürlich keine Grenzen, ich habe einige Kisten vor das Geschäft gestellt, ein Bücherfreund hat sich in die antiquarische Literatur vertieft.

Alle Fotos der Bauphase

Fotos des fertigen Gebäudes

Fotos der Vorbilder

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