Wien: Die offiziellen Planungen

In Wien geht der irrationale U-Bahn-Wahnsinn weiter. Auch wenn unklar ist, was gebaut werden soll: sicher ist nur, dass gebaut wird. In schneller Folge wechseln die Ideen zu neuen Linien. Hier eine (wahrscheinlich sogar unvollständige) Liste immer wieder genannter Projekte:

U1 nach Rothneusiedl (inzwischen fertiggestellt, allerdings nach Oberlaa)
U2 durch das Arsenal in das Stadtviertel hinter dem Südbahnhof
U2 doch zum Südbahnhof
U2 über Südbahnhof zu Monte Laa
U3 nach Kaiserebersdorf
U4 nach Auhof
U4 nach Klosterneuburg
U5 zum Wienerberg
U5 zum AKH
U6 zur Shopping City Süd
U6 zum Krankenhaus Nord
U6 zum Rendezvousberg

Im Fall der U1 Süd wurde eine bestehende Tramwaylinie eliminiert, die mit geringem Aufwand zu einer Expresslinie ausgebaut hätte werden können - die Pläne dafür lagen seit Jahren in den Laden der Wiener Linien. Verhindert wurde das von der Bezirksvorsteherin des 10. Bezirks mit den Worten, "wenn wir die Tramway verbessern, bekommen wir nie eine U-Bahn..." Dass die neue U1 nun längere Stationsabstände hat und die Benutzer weite Strecken zu Fuß gehen müssen, interessiert die Politik nicht.

Die U2 durch das Arsenal wurde vom Rechnungshof massiv kritisiert, und fiel wie vorausgesehen nach der Wien-Wahl im Oktober 2010 einer "Neubewertung" zum Opfer. Von den Wiener Linien wird nun das "Linienkreuz U2/5" bevorzugt. Idee dahinter ist, die von der Südbahn kommenden Einpendler gleichmäßig auf drei U-Bahn-Linien aufzuteilen. Problem dabei ist, dass die Station Matzleinsdorfer Platz als Verkehrsknoten nicht wirklich geeignet ist und auch der Rest der U-Bahn-Strecke sehr tief liegen muss: Der Wienfluss muss unterfahren werden, auch die U3 belegt bereits 3 Stockwerke unter der Mariahilfer Straße.
Hier die vierte Ausbaustufe der U-Bahn auf Grundlage von 2003 sowie Vorschläge aus 2009 und 2010. Der mittlere Plan zeigt die derzeit finanzierte Version, Baubeginn 2018; damit wird die Linie 25 Jahre nach der Präsentation fertiggestellt sein. Eine Straßenbahn könnte inklusive aller Vorarbeiten schon nach fünf Jahren fahren, zu einem Zehntel der Kosten!

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Hier weitere Pläne: links der gesamte Netzentwurf (im Bereich Stadlau nicht mehr aktuell), rechts das Detail Arsenal und die Schätzung betreffend die traurigen Fahrgastpotentiale für eventuelle Verlängerungen. Hinter vorgehaltener Hand hört man von Beamten der Stadtplanung, dass Politiker ausschließlich U-Bahnen wollen - und diese von den Fachleuten so geplant werden, dass sie im bestehenden Straßenbahnnetz möglichst wenig Schaden anrichten... anders sind diese Bauprojekte, die mit maximal möglichem Aufwand nur minimalen Nutzen erzielen, auch nicht mehr erklärbar.

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Weiter: Alternativen; "Wiener Visionen" der SPÖ 2004


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Letzte Änderung: 15.12.2017