Die Sneltram von Amsterdam

Nach einem Bürgerentscheid gegen den Ausbau der U-Bahn kam es zu einer interessanten Lösung: "Sneltram" und Straßenbahn befahren gemeinsam eine Vorstadtstrecke. Die Sneltram-Züge benutzen bis "Station Zuid" die Stromschiene der U-Bahn. In der Station wird aufgebügelt und mit Oberleitung weitergefahren, da die restliche Strecke im Straßenplanum liegt. Die Tramlinie 5 wird ebenfalls eingefädelt und befährt dieselbe Strecke. Die folgenden Stationen haben Hoch- und Tiefbahnsteige, ein Lämpchen zeigt an, in welchem Bereich man auf den nächsten Zug warten soll. Diese Lösung hätte sich zB als interessante Ergänzung für die Neubaustrecke der U2 nach Aspern angeboten: die durch den Prater verlängerte Linie 18 könnte gemeinsam mit den Zügen der U2 die Donaustadtbrücke benutzen, um in Transdanubien im Niveau weiterzufahren.

Oben: Die stadtseitigen Äste der Sneltram. Links die Straßenbahnlinie 5 an einer Gleisverschlingung in der Leidsestraat; rechts die gemeinsame Station von Sneltram und U-Bahn am Hauptbahnhof.


In "Zuid" treffen die beiden Äste aufeinander. Links wieder die Straßenbahn, rechts kommt die Sneltram von der U-Bahn-Strecke (seitliche Stromschiene) und wechselt dann auf Stromversorgung via Oberleitung. Unten: Straßenbahn und Stadtbahn/U-Bahn einträchtig nebeneinander, die Gleise können von Fußgängern und sonstigem Verkehr ohne aufwändige Unterführungen, Stiegen oder Lifte überquert werden.

Diese interessante Linienkombination hat allerdings ein Ablaufdatum: Mit Fertigstellung der neuen Metrolinie M52 (Noord/Zuidlijn) soll die Straßenbahnstrecke Richtung Stadt von dieser übernommen werden. Die heute im Mischverkehr befahrene Außenstrecke soll dann nur noch straßenbahnartig betrieben werden. Nach vielen Verschiebungen und einer Kostenexplosion könnte das um 2018 der Fall sein.

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Letzte Änderung: 1.12.2017